Berichte

Der beleuchtete Köder

„Light Rigs!“ Sinn oder Unsinn?

Rigs! Fast wöchentlich liest man irgendwo von neuen Wundermontagen, welche mittlerweile schon den Namen des „Erfinders“ tragen. Noch effizienter soll das neue Rig sein. Sodass der heiß ersehnte „Personal Best“ noch schneller über den Kescherrand geführt werden kann. Nun ja. Gott sei Dank gibt es neue Ideen und Denkweisen. Ich will hier aber keine  neue Montage vorstellen, sondern möchte berichten, welche Erfahrungen ich mit „beleuchtete Köder“ gemacht habe.

light rig

Oft wurde von sogenannten „Light Rigs“ gesprochen. Jedoch gab es bislang keine klaren Aussagen, wo und wann so eine Präsentation überhaupt Sinn macht. Seit Jahren habe ich nun immer wieder so ein Leuchtstäbchen am Rig ausprobiert. Ich wollte wirklich wissen, ob man das eingrenzen kann, wann ein Licht am Köder mehr Fisch bringen würde.

Vor vielen Jahren wurde dieses Thema in unserem Forum diskutiert. Auch dort kam man zu keinen konkreten Aussagen.

Zu der Zeit konnte ich und ein paar wenige Kollegen einen tollen Baggersee mit top Potential beangeln. Dort hatte ich zum ersten mal die Wirkungsweise von Licht am Köder ausprobiert. light rigAn dem See hatte ich Futterplätze, welche ich lange Zeit und regelmäßig unter Futter hielt. Daher fing ich  kontinuierlich gut.  So ging ich her und präsentierte einmal mein Rig an meinem besten Spod, welches mit einem Knicklicht versehen war. Natürlich macht so ein „Light Rig“ nur in der Nacht Sinn. Zwei Nächte mit dem Licht. Nix! Das gab es an der Stelle eigentlich zu der Jahreszeit nie.  Gut, nach der 2. Blanknacht auf dem Spod, wurde am Morgen neu ausgelegt. Dann ohne Licht am Vorfach. Keine 10 Minuten später drehte sich der Spulenkopf jener Rute die genau zu diesem Spod zeigte. Scheinbar fühlte sich der dicke Schuppie erst in „Fressstimmung“ als die „Festbeleuchtung“ weg war. Könnte aber auch nur Zufall gewesen sein. Dachte ich damals jedenfalls.

Na ja, und genau das ist auch so eine „Spezialsache“ die herhalten muss, wenn es nicht läuft. Wenn man verzweifelt ist, dann wird herum probiert. Und ab und an kam dann wieder ein Licht drauf. Meist dann, wenn an stark befischten Gewässern die Fische einfach nicht fraßen. Mit einem Knicklicht am Rig habe ich an kommerziellen Gewässern keinen einzigen Fisch fangen können. Ich gehe davon aus, dass Fische die schon öfters schlechte Erfahrungen gemacht haben auf so etwas nicht mehr mit Neugierde reagieren. Dort wird eher der Futterplatz gemieden, wenn da so eine Laterne drin steht. Also auch dort nix mit dem „Licht-Karpfen“.

Seit Jahren hatte ich komplett auf Licht am Köder verzichtet. Ich war der Meinung, dass dies einfach nur eine Spinnerei war und eine Köderbeleuchtung nicht funktionierte. Ja sogar kontraproduktiv ist.


Heuer im Frühjahr war ich dann mit vier Kollegen am „Bin el Oidane“. Ein 3000ha See in Marokko. Es wird dort zwar geangelt, aber das ist aufgrund der riesigen Wasserfläche und dem Fischreichtum zu vernachlässigen. Also keine negative Konditionierung durch Angeldruck. An solchen grossen natürlichen Gewässern reagieren die Karpfen nach ihrem Instinkt.
Im Laufe der Tage in Marokko an dem phantastischen See, nachdem wir tief in die „French Bay“ gemoved waren, hatten wir die Fische gefunden. Nun fingen wir täglich 15 bis 20 Karpfen. Es war wirklich super. Die fingen wir aber vorwiegend wirklich am Tag. Jetzt mag man sagen: „Das passt doch…“ Ich dachte aber über diesen Umstand intensiv nach. „Warum beißen die Viecher in der Nacht nicht so?“ …… Antwort: „Weil sie das Futter nicht finden!!! Weil sie es visuell nicht wahrnehmen können!!!“ Hell, gelb, weiss ist für die Karpfen fressen. Sie würden auf Auffälligkeit reagieren.
Und da war es wieder in meinem Kopf. Das kleine Leuchtstäbchen. Hier könnte das „Light-Rig“ wirklich ein Bringer sein.
Nicht lange gefackelt und am Abend in meiner Fox-Box gekramt und da waren sie. Knicklichter!
Meine zwei Angelkollegen sahen etwas ungläubig zu als ich eines meiner Rigs „pimpte“. Mit zwei „Baitbands“ befestigte ich das Leuchtstäbchen gleich hinter dem Haken am geflochtenen Vorfach. Und kurz vor Einbruch der Dunkelheit platzierte ich das reaktivierte „Light-Rig“ an den Spod. Es dauerte keine Stunde – Vollrun!!! Rute aufgenommen und nach einem kurzen Drill. Aus! Der Fisch war ausgestiegen. „O.K. Pech, kann vorkommen.“ Weiter ging es. Die Montage mit dem montierten Licht wieder an den Spod platziert. Eine Stunde später. Wieder an Anbiss. Ich konnte es fast nicht glauben. Auf einmal hatten wir auch in der Nacht Aktionen. Ran an der Rute, sie biegt sich durch, die Rolle surrt und aus …. Wieder ausgestiegen. Jetzt kam ich doch ins Grübeln. Ich ließ das Rig vor meiner Nase baumeln. Der Fox XSC war nicht aufgebogen und sonst auch alles tip- top. „Warum nur?“ Und plötzlich viel es mir wie Schuppen von den Augen. Natürlich!!!!! Die Fische haben direkt die Lichtquelle eingesaugt. So hat der Haken nicht ordentlich greifen können.

Das Licht gehört direkt an den Köder. Ich habe einen 20mm Pop-Up aufgebohrt, sodass ich ein Knicklicht mit leichtem Druck durchstecken konnte. Den „Pineapple-Plum“ Popper von Dynamite an einem „hinged stiff rig“ montiert und ab ging es wieder an die Stelle. Und dann hat das wirklich gut geklappt. Wir fingen dann in der Nacht nur noch auf „Light-Rig“. Natürlich kann man das Knicklicht auch bei allen erdenklichen Montagen und Ködern einsetzten. Einfach durchbohren und durchstecken. Nur soll man das Licht sehr bedacht einsetzten. Eigentlich gibt es meines Erachtens wenige Möglichkeiten das Knicklicht erfolgreich einzusetzen. An natürlichen Gewässern, wo die Fische große Strecken zurück legen müssen um Futter zu finden und zudem wenig bis gar keine negative Erfahrungen mit Angelhaken gemacht haben. Dann kann das wirklich ein „Burner“ sein.
Und ganz sicher, wird auch das „Light-Rig“ weiterhin auch aus purer Verzweiflung zum Einsatz gebracht werden. Ich denke zwar nicht, dass gerade das Licht dann den gewünschten Erfolg bringen wird. Aber wer weiß? Vielleicht fangen Sie gerade dann Ihren neuen „Personal Best“……

Danke fürs lesen, schöne Grüsse
Markus Rosenberger

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