Berichte

Karpfenangeln in Afrika – Bin el Ouidane!

First Touch – die Eindrücke – Erfahrungen – Fänge – Tackle und das Service vor Ort

 

Marokko! Ein muslimisches Land im Nordwesten von Afrika. Fundamentalismus? Wild und gesetzlos!? Die Reisewarnstufe 5 lässt terroristische Aktivität befürchten. Lebensgefahr für Besucher und Touristen! Tollwut, die durch völlig verwilderte und bissige Hunde übertragen wird. Und so weiter…
Soll man unter diesen Voraussetzungen überhaupt eine Session am „Bin el Oidane“ andenken? Vorurteile oder Wahrheit?
Wir waren im Frühjahr dort. Hier der Report dazu:


In dieser Zeit, wo „IS“ in der arabischen Welt wütet und man immer wieder Warnungen von Nordafrika aus den Medien vernimmt, steht man einer Reise in diese Region etwas skeptisch gegenüber. Und klarer Weise stellt man sich die Frage, ob man so ein Risiko überhaupt eingehen solle?
„Soll ich wirkliche wegen ein paar Fischen in dieser unsicheren Zeit nach Nordafrika?“marokko

Ursprünglich wollten wir zu siebt dort fischen. Zwei unserer Freunde wollten dieses Risiko einfach nicht eingehen. Und das ist auch absolut verständlich, wenn man sieht was hier in den Nachbarländern abgeht. Da die Lage generell labil ist und Terrorzellen im Grenzgebiet zu Algerien und Mauretanien nach Marokko einsickern gibt es gegenüber dieser Entscheidung vollstes Verständnis. Es muss jeder selber für sich entscheiden. Nun, wir anderen fünf „Karpfen-Cracks“ waren überzeugt, dass es hier keine Gefahr gibt. Wer will auch ein paar „versiffte“ Karpfenfischer entführen ….., wurde im Vorfeld gescherzt.

Es war soweit und wir checkten natürlich mit zu viel Gepäck in München am Flughafen ein. Ich erspare Euch das ganze Vorgeplänkel, das in Wahrheit keinen Interessiert. Auch das die Stimmung vor einer 14 tägigen Session am „Hoch“ war braucht man auch nicht extra zu erwähnen, denke ich.

Nach einem riesen Stau ab der österreichischen Grenze fast bis zum Flughafen, erreichten wir gerade noch rechtzeitig das Gate. Chris Jahrbacher (so wie ich meine einer der intensivsten und erfolgreichsten  „Big Lake Angler“) und ich begrüssten nach dem „Check-In“ den Rest der Marokkogang. Mark Kania und Ronald Matky (Kollegen aus Wien. Exzellente Angler die auch immer wieder die blaue Donau „rocken“.) und unseren Münchner Freund Markus Weiser (für mich einer der akribischsten Angler, die ich kenne,- der immer wieder sensationelle Fänge vor die Linse hält). Ich genoss den Augenblick der Begrüßung und die Gewissheit mit der besten „Marokko Gang“ auf Tour zu sein.

Gesamt 23kg Gepäck pro Person. Und das ist wirklich nicht viel. Kleidung, ein wenig Tackle (Bissanzeiger, Rigbox, Pop-Ups, Hookbaits, Hygieneartikel, Medikamente) und dreh die Hand um hast Du 2 riesen Taschen und 40kg am Start. Gut. Ich gebs zu. Ich habe EUR 55.- Übergepäck bezahlt. Meine Kollegen hatten es geschafft sich auf ein Gepäckstück einzuschränken, dafür wurde mehr Handgepäck in den Flieger geschleust. Egal, nun saßen wir in der „Royal Air Maroc“ Maschine die uns sicher nach Casablanca brachte. Beim Landeanflug war uns bewusst, dass es windig und regnerisch sein müsse. So setzte der Pilot, wahrscheinlich ob der etwas widrigen Wetterbedingungen etwas unsanft auf. Egal, wir waren unten und noch wichtiger, unsere Angelsachen sind ebenso vollständig angekommen.

Voll bepackt wanderten wir fünf durch die Ankunftshalle Richtung Ausgang, wo wir gleich die „Morocco Carpfishing“ Schilder erspähten, die zwei freundlich lächelnde Marokkaner in die Luft hielten. Die Anreise verlief wirklich reibungslos. Keine Probleme oder Ungereimtheiten. Naiym (der „Crew-Boss) und einer seiner Kollegen fuhren uns an diesem Abend Richtung Atlasgebirge. Es ging Richtung „Bin el Oidane“. Naiym ist natürlich ein „Profi“ und hat nahezu wöchentlich mit westlichen Kunden zu tun. So gab es auch eine sehr lockere Kommunikation und unser neuer Freund erzählte uns bereitwillig über alle Fänge der letzten Zeit und beantwortete bereitwillig unsere Fragen zum Gewässer.

Ronny und Marek waren keine „Marokko-Jungfrauen“ mehr. Sie beide waren schon im Vorjahr für eine 14tägige Session am „Atlassee“. Damals hatten Sie ein richtiges „Sauwetter“. Sturm, Regen, Graupelschauer und sehr tiefe Temperaturen machten den Aufenthalt an den „roten Ufern“ nicht wirklich angenehm. Aber … die beiden fingen viele Fische bis über 18kg. Tjo.. dieser Erfolg und von der unglaublichen Atmosphäre der Sees angespornt, hatten Sie sich entschlossen noch einmal an den Rand der Sahara zum „Ouidane“ zurück zu kehren.

So saßen wir in den Autos, leicht müde von der Reise bis uns ein sehr jähes Bremsmanöver aus den Halbschlaf riss. Ein Einheimischer ist einfach knapp vor unserer „zweier Karawane“ aus einem Seitenweg heraus gerollt. Ich sage Euch, das war sehr knapp. Durch das sehr starke Bremsmanöver auf der sandigen Strasse schleuderten unsere beiden Fahrzeuge heftig. Um Haaresbreite ging das gut. „Na, das wäre ein Start gewesen.“  Aber nix passiert und weiter ging es über „dunkle Pfade“ Richtung „Karpfenparadies“.  Nach knapp 4 Stunden Autofahrt durch ländliches Gebiet bis hin über eine Passstraße an den Ort Nähe das Sees.

bin el quidaneWir waren angekommen. Unsere Reise hat für die nächsten 13 Tage ein Ende. Wir waren fast am Ziel. Nun war es jedoch 23.30h und mussten daher eine Nacht im Hotel bleiben, bis es dann am nächsten Morgen tatsächlich los gehen konnte.

Nun ja, wir waren irgendwo im marokkanischen Hinterland. „O.K.“ …. Aber ganz offen, Hotel ist das keines. Eher ein Motel, wo man eine Schlafgelegenheit vorfindet. Das muß man so sagen. Die Leute waren zwar sehr freundlich, aber alles andere ist wirklich als „seeeeehr basic“ zu bezeichnen. Immerhin bezahlt man pro Kopf EUR 25.-. Würde sagen, man kann hierfür ein Minimum an Sauberkeit erwarten. Die Toiletten und Duschen sind im Gang, sehr lange Lärm in der Nacht durch Leute die scheinbar auch dort wohnen.
Nach einer kurzen Schlafphase in den Klamotten, war er nun endlich da. Jener Morgen, wo wir zum See gebracht wurden. Vom Hotel bis zum Basislager liegen cirka 10 Minuten Fahrzeit dazwischen. Das Wetter war besser geworden und unsere Stimmung am Höhepunkt als wir im Sonnenschein an „seinem“ Ufer standen. Es war atemberaubend. Ich sog die frische Luft und die Freiheit von der ersten Sekunde an auf. Zudem noch diese phantastische Stille am See. Man hört kein Auto, kein Flugzeug oder sonstige Misstöne. So etwas gibt es in Mitteleuropa gar nicht mehr.

bin el quidaneRonny und Marek wollten wieder von „Stephans Corner“ aus angeln. Sie hatten noch die positiven Erinnerungen ihrer Erfolge vom vorigen Jahr im Hinterkopf. So wollten Sie nahtlos an dem Platz weiter machen, wo sie aufgehört haben. „Stephans Corner“ liegt rechts vom „Basecamp“ hinter der ersten Halbinsel.
Die Guides haben uns restlichen drei Angler  die grosse Halbinsel empfohlen, welche der „Basecamp-Bucht“ vorgelagert ist. Sie teilten uns mit, dass dort immer Fische seien. Vor allem gäbe es von dort aus leicht rechts ein produktives Plateau. Chris, Markus Weiser und ich nahmen den Rat der „Insider“ an und ließen uns auf dieser riesigen Spitze nieder.


Nun sei erwähnt, dass die „Guides“ vom „Morocco Carpfishing“ sehr bemüht sind. Die Jungs sind wirklich voll in Ordnung und machen einen wirklich guten Job.  Kurz zur Info. Wenn Ihr bei diesem Anbieter eine Session bucht, so bekommt man das sperrige Tackle wie Liegen, Zelt, Stühle, Ruten, Pod zur Verfügung gestellt. Klarer Weise kann man das alles nicht im Flieger mitnehmen.  Wir nahmen also das geborgte Tackle für die kommenden Tage in Empfang. Liegen, Sessel, Tisch und Kocher waren in Ordnung. Die Ruten …, na ja … 13ft 3,50lbs durchwegs für eine Bootsangele? Nicht optimal, da das eher straffe Wurfruten sind. Und alt und schmuddelig dazu noch. O.k. geht aber irgendwie, da diese nicht kaputt waren konnte man damit angeln. Die Rod Pods hatten auch schon bessere Tage erlebt, aber man konnte die „Gestelle“ benutzen. Wenigstens hatten wir selbst gute Ausrüstung mit im Gepäck.

bin el quidaneEs dauerte nicht lange und wir hatten alles zusammengebaut und waren bereit unsere Fallen „auf die Lauer“ zu legen. Spods suchen. Ach ja, da war ja noch was. Wer 14 Tage nicht rudern möchte, hat die Möglichkeit sich einen E-Motor vom „Morocco Carpfishing“ inkl. Batterien zu borgen. Natürlich würden wir einen E-Antrieb brauchen. Vor allem auf so einem grossen See ist ein E-Motor fast Pflich. Unverzichtbar wenn es windig werden würde, oder bei schlechtem Wetter wäre an ein Rudern nicht mehr zu denken. Als man uns mitteilte, dass die Miete für einen alten 30lbs Motor EUR 200.- !!! betragen würde, hielten wir dies im ersten Moment für einen Scherz. Es war kein Scherz ….!!! Aber man kommt hier nicht aus und so mussten wir in den „sauren Apfel“ beissen. Also das, meine Damen und Herren, halte ich wirklich für vermessen. Zumal man bei mir so einen Motor bei mir im Angelladen unter EUR 200.- KAUFEN kann. Aber natürlich überwog die Freude und nicht der Groll über die vermeintliche Abzocke.  Wir hatten wirklich wunderschönes Wetter und vom ersten Tag an unters Tags über 20°C.   Das war richtiges „Summerfeeling“ Ende Februar.

Nach ein paar Stunden spodden wurden unsere Ruten rund um die Halbinsel in verschiedenen Wassertiefen verteilt. 17m, 13m, 10m, 8m, 6m, 3m ….. In allen Tiefen lagen unsere Rigs. An Stellen die wir für optimal hielten. Nun ja, soooo viele Features sind auch nicht vorhanden. Es fällt eher gleichmäßig ab. Zum Teil gibt es Streifen mit Gras und ansonsten eher eine steinige Bodenbeschaffenheit. Natürlich haben auch wir uns im Vorfeld bei erfahrenen „Marokko Anglern“ wie Heli Gross und Ralf Emmerich ein wenig schlau gemacht.

Zum Thema Rigs und Baits:

bin el quidaneWie auf der ganzen Welt gilt auf grossen Gewässern: „Verwende robustee Rigs.“ Das kann sicher als eine Faustregel gelten. Ich für meinen Teil entscheid mich meine Montagen aus „Fox Edges Armadillo Light Camo 30lb“, dem sehr stabilen „Fox Arma Point XSC“ und den langschenkeligen „Fox Arma Point LS“ zu fertigen.
Im „Bin el Oidane“ gibt es keine Brassen. Wenn, dann hat man Schleien als Beifang. So wird vorwiegend mit Mais gefüttert. Natürlich kann man zum billigeren Mais (muss man sich selbst abkochen. Kocher und Gas wird zur Verfügung gestellt), auch die „Hausmarke, Atlas Boilies“ kaufen, welche um EUR 5.- das Kilo dem Gastangler angeboten werden. Das wiederum finde ich o.k. und im Gegensatz zum Motor nicht überteuert. Ich denke jeder kauft den Jungs ein paar Kugeln ab um sie mit dem Mais zu verfüttern. Aufgrund des Gewichtslimits beim Fliegen kann man auch fast kein eigenes Futter von zu Hause mitnehmen. So ist man nehezu gezwungen das Futter vor Ort einzukaufen. Aber meine geliebten „Dynamite Baits“ Pop-Ups, Hookbaits und Liquids musste ich nach Afrika mitnehmen. In punkto Präsentation ist wichtig auf jeden Fall auffällig zu angeln. Kleine grelle Pop-Ups, oder aufgepopte kleine Maisketten sind zu empfehlen. Diese Tips hatten wir schon von Heli und Ralf im Vorfeld bekommen. Jetzt im Nachhinein kann auch ich bzw. wir dies bestätigen. Auffällige vom Boden etwas abstehende Köder fangen weitaus besser als schlichte Bodenköder.


Da waren wir auf unserer Halbinsel und warteten auf unseren ersten afrikanischen Schuppenträger.

Als wir so da saßen und von der Landschaft berauscht in die Gegend starrten, stockte uns dreien plötzlich der Atem. Sprunghaft schnellte uns der Puls in die Höhe…… Schon im Vorfeld, also zu Hause, warnte man uns in verschiedenen Reiseberichten vor bissigen, tollwütigen Hunden.  Und jetzt steuerte einer dieser „Höllenhunde“ geradewegs auf uns zu…………………………………………………………………………..

bin el quidaneEs war ein junger, lieber und braver Mischling, der uns einfach besuche. In der Hoffnung, dass für ihn ein Happen abfällt. Vorsicht ja, aber solche Warnungen die pauschal von verschiedenen Ämtern heraus gegeben werden, sind auch wirklich zu hinterfragen. Denke ich kann hier in diesen Zeilen von allen Beteiligten sprechen, dass sich keiner von uns zu irgend einem Zeitpunkt als wir in Marokko waren unsicher gefühlt hätten.

 

 

Aber weiter zur Story….

Der Stundenzeiger hatte sich einmal komplett im Kreise gedreht und wir hatten noch nichts gefangen. Nun ja, 2 Tage zuvor war noch recht schlechtes und kälteres Wetter gewesen. Wer weiss, war das schuld? Jeder legte 1-2 Ruten auf andere Stellen um zu testen, ob es an den Spods lag, dass wir nach 24 Stunden und 9 Ruten noch keinen Karpfen vor die Kamera halten konnten. Es war etwas zäh bis Markus am darauf folgenden Morgen rechts am Flachwasser einen Run bekam. Joooouuuuu, der Bann war gebrochen und Markus freute sich über den ersten Schuppi in der 10kg „Klasse“.  Keine Frage, wir genossen die Natur, die Atmosphäre und das gemeinsame Angeln. Nur in den ersten 4 Tagen steppte bei uns „fangtechnisch“ nicht wirklich der Bär. Markus fing am vorgelagerten Plateau noch einen kleinen Schuppi und ich zwei Schleien.  Das war die Ausbeute bislang.
Chris hatte links von Markus und mir,  diese Tage nicht einmal einen Zupfer. Ebenso gab es bei Ronny und Marek keinerlei Fischkontakt. Über „Walkie Talkies“ konnten wir ideal miteinander kommunizieren. Und uns war klar. Jetzt musste gemoved werden.

bin el quidaneRonny und Marek entschieden sich direkt neben dem „Basecamp“ zu fischen. Wir splitteten uns auf. Markus W. und Chris wählten einen Platz am Anfang der „Frech Bay“ aus. Ich wollte noch 2-3 Tage alleine mein Glück am selben Platz versuchen. Zumal ich dann meine 3 Ruten weit auffächern konnte.Gesagt, getan.  Innerhalb eines halben Tages wunden die neuen Plätze bezogen und die Rigs ausgelegt. Und da muss ich den „Guides“ wieder ein Lob aussprechen. Das funktioniert einwandfrei. Schnell und motiviert wird das gemeinsam mit den Anglern erledigt.

Spürbar stieg die Temperatur. Auch in der Nacht. Obwohl es unter Tags von Beginn an warm war, so hatten wir auch 1-2 Nächte zuvor Frost. Wer also zu der Zeit, zwischen Jänner bis März an den „Bin el Oidane“ zum Fischen fährt, bitte nicht den Fehler machen und einen dünnen Sommerschlafsack mitnehmen. In der Nacht wird es bitterkalt.

So saß ich nun von allen alleine gelassen mit dem marokkanischen „Killerhund“ vor dem geborgten Militärzelt. Bewusst angelte ich nun flacher. Eine Montage lag dort, wo Markus im seichten Wasser die Aktion hatte. Ein Muss für eine Rute, war das Plateau, welches auf 6m herauf ragte. Und eine Falle wurde linker Hand in den flachen Bereich in die „Basecamb Bay“ gefischt. Als mich dann das „osmanische Sandmännchen“ holte und in das Reich der Träume mitnahm, vernahm ich etwas später aus meiner „MXR+“  einen kurzen Ton. Der darauf folgende Dauerton holte mich dann endgültig in die Realität zurück. Mein „Monsterhund“ (ich hatte ihn für diese Tage „Bärlie“ getauft) rannte mit mir zu den Ruten. Das Plateau hat „gezogen“. Und das war keine Schleie die stätig die Schnur von meiner „Fox FX11“ Riss. Wow, tat das gut. Endlich hatte ich meinen ersten afrikanischen Karpfen an der Leine. Nach einem schönen Drill, kescherte ich einen rund 10kg schweren Schuppie. Es hatte begonnen. Was würde jetzt folgen? Ich hatte wirklich ein gutes Gefühl.

bin el quidaneDen Fisch ließ ich gleich wieder schwimmen und legte das frisch beköderte Rig wieder ganz oben auf das grosse Plateau. Ans Haar kamen wieder zwei Maiskörner die ich mit einem „Dynamite Baits Banana/Pineapple „  10mm Pop-Up aufrichtete. Auf 3-4m2 einen halben Kilo gekochten Mais am Spod verteilt. Gemächlich „chauffierte“ mich der in die Jahr gekommene E-Motor wieder ans Ufer, wo auch schon „Bärlie“ auf mich wartete. Das war schon wirklich etwas ärgerlich. Der Eine oder Andere wird jetzt sagen: „Wem das zu teuer ist, der kann ja rudern.
Die Wahrheit ist: Bei Gewässern ist dieser Grösse, ist ein grosses Schlauchboot und ein starker Motor Pflicht. Das was hier zur Verfügung gestellt wird ist mehr als grenzwertig. Zudem werden nur Billigecholote an den kleinen und alten Booten angebracht. Zudem sind die meisten „Echos“ auch kaputt. Empfehle daher eher selbst ein Echolot mitzunehmen.  Zusammen hatten wir 3 Boote, 2 Motoren und 3 Echolote. Wir hatten das Glück, dass sich bei uns wirklich stabiles Hochdruckwetter „breit gemacht hatte“. Daher ging es mit diesem Equipment. Ganz ehrlich. Hat man dort schlechtes Wetter und daher auch entsprechend Wind, kannst Du mit dieser Ausrüstung nicht mehr angeln. Zumal sind die meisten Batterien schwach und abgebraucht. 30lbs Motor, solche Batterien und man hat bei Schlechtwetter keine „guten Karten“ an solch einem Großgewässer.


bin el quidaneIn dieser ersten Nacht nachdem wir uns aufgeteilt hatten, konnten Ronny und Marek noch keinen Karpfen über den Kescherrand ziehen. Markus hatte an der neuen Stelle jedoch sofort eine Aktion. Und gleich einen mit knapp 17kg. Das war schon einmal ein richtiges Highlight. Und es ging bei den Beiden richtig gut weiter. Am folgenden Tag kamen zwei „Brummer“ bis über 20kg hinzu. Chris und Markus hatten es scheinbar erwischt. Guter Platz!

Ronny und Marek kämpften in der „Bay“. Und wurden mit zwei Karpfen am folgenden Tag belohnt. Diese waren zwar eher kleiner, jedoch war ein wunderschöner Spiegler dabei. Natürlich funkten wir miteinander und tauschten ständig unsere Erfahrungen aus. Tagsüber konnte auch ich einen „Schuppmann“ im Flachwasser mit rund 14kg fangen. Dies alles was wir hier machten war „Fallenstellerei“.  Laufend Spods wechseln,  Bereiche abfischen mit wenig Futter um vereinzelt Fische abzugreifen. Eigentlich wollen wir die grossen Karpfenschwärme an unseren Futterplätzen haben.  Es lief bei uns in dem Gebiet nicht so richtig. So beschlossen wir gemeinsam auf einen Platz in die „French Bay“ zu wechseln.  Das war beschlossene Sache und wir informierten die „Guides“, dass wir am kommenden Morgen moven wollten… Und wie soll es auch anders sein. Genau in dieser Nacht fingen wir einige tolle Fische. Bis an die 20kg Marke. Das erleichterte den Abschied nicht wirklich. Wir wollten aber dennoch andere Zonen vom See sehen und beangeln. Somit blieben wir bei unserer Entscheidung.  

bin el quidaneDie Fische wurden noch schnell am Morgen fotografiert bevor die Jungs von „Morocco Carpfishing“  uns „einpackten“ und uns tief in den hinteren Teil des Sees überstellten. Es ging vorbei beim Platz von unseren Freunden. Von weitem schon sah man die Beiden vor Freude tanzen. Die tanzten wirklich ….. Und Sie hatten allen Grund dazu …. Denn eigentlich fingen Chris und Markus nur noch Karpfen über 15kg. Der Wahnsinn! Wir freuten uns riesig mit den beiden und waren voller Hoffnung, was uns nun da hinten erwarten würde.
Als wir auf „Donkey Island“  ankamen zeigt mir mein GPS eine Entfernung zum Basecamp von 3,6km an. Da  drinnen sah es noch toller aus. Alleine mit der Natur …. Herrlich! Doch oooooojeeeeee, als wir unsere Sachen ausluden sahen wir Ihn …!!! Schon wieder so ein „Killerhund“ der uns prüfend umkreiste.  Spass bei Seite. Auch das ist eine ganz liebe wunderschöne Mischlingshündin, die uns gleich bei unserer Ankunft nett begrüßte. Schnell fanden wir einen Namen für sie. Wir wussten zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass dieser Hund den Namen „Lady“ behalten würde….


bin el quidaneNoch 5 Nächte, noch mal neue Spods suchen. Jetzt angelten wir aber alle gleich flacher. Unsere Erfahrung der Vortage hatten gezeigt, dass wir ausschließlich seichter als 9m fingen. So angelten wir auch um diese Insel zwischen 2 und 8m Tiefe. O.k. eine wurde in der Tiefe probiert. Vorweg, die brachte aber nix. Flach fischen, war zu der Zeit einfach das Thema. Was dann abging war der Wahnsinn. Hier war definitiv Fisch. Gleich am ersten Tag fingen wir 25 !!! Karpfen. Dazu muss man jedoch sagen, dass hier auch viele kleinere Exemplare dabei waren. Chris und Markus pendelten sich auf 3-5 Stück pro Tag ein. Hatten jedoch einen Schnitt von rund 16kg!!! Der schwerste Fisch der beiden wog über 22kg.


Das war genau unser Fischen, wie wir es mögen. Fische mit Futter halten und dran bleiben. Natürlich kann man bei so einem „Fischaufkommen“ das Eine oder Andere ausprobieren.  Wir fingen zwar noch richtig gut. Jedoch bissen die Karpfen in der Nacht viel weniger. Ich habe über diesen Umstand nachgedacht und bin zu dem Schluss gekommen, dass die Karpfen am „Bin el Oidane“ eher visuell das Futter wahrnehmen.  Musste fast so sein, da die Schuppenträger verstärkt  in diesem gasklaren Wasser am Tag bissen. Und definitiv  auf helles Futter und Köder reagierten.

bin el quidaneIch bin ein Angler der immer das Maximum herausholen möchte (im wahrsten Sinne des Wortes).  So versuchte ich am vorletzten Abend ein sogenanntes „Light Rig“. Ich montierte ein Knicklicht mit zwei „Bait Bands“ am Vorfach direkt hinter dem Hacken und Köder. Das Teil ausgelegt. Keine Stunde später Run bei völliger Finsternis. Kurzer Drill und ausgestiegen …. Ooooo.k., das schien jedoch zu funktionieren. Wieder ausgelegt. Keine 2 Stunden später, Run. Und wieder stieg der Fisch aus. Meine Freunde auf der Insel hatten inzwischen keine Anbisse.
Ich freute mich natürlich, dass mir „ein Licht“ aufging. Aber gleich 2 Aussteiger in Folge?

Mein nächster Schluss war, die Karpfen bissen direkt auf das Knicklicht. Also auf die Lichtquelle und nicht auf den am Haken befindlichen Köder. So konnte ich mir die Fehlbisse erklären.
Nun ging ich her,  wählte mir einen 20mm Pop-Up aus durchbohrte diesen, bis es möglich war ein Knicklicht  mit leichten Druck durchzustecken. Jetzt Stand die „Karpfenlaterne“  aufgepoppt genau über den Haken. Das funktionierte nun sehr gut. So hatte ich in der Nacht um mehr zu tun.


bin el quidaneTja so war unser erster Trip im „Berberland“. Wie immer bei solch wunderschönen Angeltrips verflog die Zeit. Ein deutsches Team übernahm bei unserer Abreise „unsere“ Insel. Und die Fangintensität blieb auch beim „Fanatic Baits Team“ gleich hervorragend, wie ich auf Facebook verfolgen konnte.
Leider mussten wir die junge Hündin, die wir „Lady“ tauften, zurück lassen.  Doch Dominik, der Chef von „Fanatic Baits“ nahm „Lady“ mit nach Deutschland und ermöglichte dem Tier eine Zukunft.  Auch das erfuhr ich über das „Social Network“. Hut ab, das war wirklich super. Und jetzt konnte unsere marokkanische Hündin ihren Namen behalten.

Diesen Trip wird mit Sicherheit niemand aus unserer „Marokko-Gang“  je vergessen und wird sicherlich immer „Stoff“ für Erzählungen bieten. Der See ist ein Paradies und das Potential an Karpfen ist schier unergründlich.  Der „Bin el Oidane“ ist daher, in meinen Augen, als eines der legendärsten Karpfengewässer anzusehen. Hervorzuheben ist auch die Freundlichkeit der Menschen vor Ort. Sehr viele dort haben wirklich nicht viel. Weit weg von europäischen Maßstäben.  Vor unserer Abreise haben wir den Leuten noch einiges von unserer Kleidung, Handtücher, Hygieneartikel und vor allem Medikamente geschenkt. Diese Dinge können die Menschen sicherlich gut gebrauchen.


Ich bin mir sicher, dass jeder von uns zu diesem Gewässer in naher oder fernerer Zukunft zurückkehren wird.  Dann aber wahrscheinlich auf eigene Faust, mit dem Auto, wo man seine eigene Ausrüstung mit hat.

Wenn Sie mit dem Gedanken spielen dort auch einmal angeln zu wollen. Mein Tipp: „Unbedingt! Fliegen oder fahren Sie hin. Das muss man wenigstens einmal gemacht haben.“ Für mich wird dieser Trip zum „Bin el Oidane“ sicherlich nicht der letzte gewesen sein.
Nur das Beste & tight lines!
Markus Rosenberger

 

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